Ein Statussymbol zum Mieten ... echt, kein Witz!
Bevor die Ananas für 1,99 € im Discounter landete, hatte sie eine Karriere hingelegt, von der so mancher C-Promi nur träumen kann. Ursprünglich kommt sie aus Südamerika (Paraguay/Brasilien). Christoph Kolumbus, der alte Entdecker, fand sie 1493 auf Guadeloupe und dachte sich wohl: „Sieht aus wie ein Pinienzapfen, schmeckt aber besser.“
Als die Frucht dann nach Europa kam, war sie der absolute Luxus-Wahnsinn. Da man sie hier wegen des Klimas kaum anbauen konnte und der Transport ewig dauerte, war eine frische Ananas so teuer wie eine heutige Designer-Handtasche.
Im 17. und 18. Jahrhundert war sie das ultimative Statussymbol. Man hat Ananas-Früchte auf Partys nicht gegessen. Bist du wahnsinnig? Man hat sie auf den Tisch gestellt, damit alle sehen: „Der kann sich eine Ananas leisten!“ Es gab sogar einen Verleih-Service. Du konntest dir für den Abend eine Ananas mieten, damit deine Gäste dich für reich halten. Stell dir das mal heute vor: „Schöne Party, aber ist die Ananas da hinten geleast?“
Warum tut mir beim Essen die Zunge weh?
Kennst du das? Du isst frische Ananas und plötzlich brennt die Zunge und fühlt sich wund an? Nein, du bist wahrscheinlich nicht allergisch. Die Ananas ist einfach nur aggressiv.
Sie enthält ein Enzym namens Bromelain. Das ist ein Eiweißspalter. Das bedeutet: Während du die Ananas isst, versucht die Ananas, dich zu essen (bzw. die Proteine auf deiner Zunge zu zerlegen). Das klingt wie aus einem Horrorfilm, ist aber eigentlich ganz praktisch. Dazu aber später mehr bei der Gesundheit.
Wichtig zu wissen: In der Dosen-Ananas ist das Enzym tot (hitzeempfindlich). Wenn du also Wackelpudding oder ein Dessert mit Gelatine machen willst: Nimm Dosenware oder koch die frische kurz ab. Sonst wird der Pudding nie fest, weil das Bromelain die Gelatine auffrisst. Chemie-Unterricht beendet.
Welche Ananas-Sorten gibt es eigentlich?
Im Supermarkt gibt es meistens genau zwei Sorten: „Ananas“ und „Flug-Ananas“ (die, die reif geerntet wurde und deshalb teurer ist). Weltweit gibt es natürlich über 100 Sorten. Die bekannteste Gruppe ist die „Cayenne“ (nein, nicht der Pfeffer, und auch nicht der Porsche). Sie ist robust, groß und süß-säuerlich. Dann gibt es noch die „Queen“-Gruppe. Die sind kleiner, haben tiefe Augen (nervig beim Schälen), sind aber extrem aromatisch und süß.
Aber sind wir ehrlich: Wir nehmen die, die gerade im Angebot ist und hoffen, dass sie innen nicht braun ist.
Wie erkenne ich eine reife Ananas beim Einkaufen?
Eine reife Frucht erkennst du am süßlichen Duft am Boden und an den inneren Blättern der Krone, die sich mit leichtem Zug herausziehen lassen. Viele lassen sich von einer grünen Schale abschrecken, aber die Farbe sagt bei vielen Züchtungen herzlich wenig über die innere Reife aus. Manche Sorten sind nämlich quietschgrün und trotzdem schon honigsüß.
Mach im Laden einfach den Daumentest. Die Schale sollte auf sanften Druck ganz leicht nachgeben, sich aber niemals schwammig oder matschig anfühlen. Riecht die Unterseite stechend säuerlich oder schon nach billigem Schnaps, ist sie drinnen längst am Gären. Ein kurzer Blick auf den Strunk schützt dich zusätzlich vor fiesen Schimmelüberraschungen. Da eine geerntete Ananas nicht mehr nachreift, solltest du steinhartes Grünzeug gar nicht erst mitnehmen, denn daraus wird auf deiner Fensterbank garantiert kein süßes Früchtchen mehr.
Wie lagere ich eine frische Ananas am besten?
Eine ganze, ungeschnittene Frucht lagerst du am besten bei normaler Zimmertemperatur und isst sie innerhalb weniger Tage auf. Als echtes Tropenkind hasst sie extreme Kälte. Sinkt das Thermometer unter sieben Grad, quittiert sie das im Kühlschrank schnell mit unschönen braunen Flecken und verliert ihr ganzes Aroma.
Auf deiner Arbeitsplatte hält sie sich problemlos drei bis vier Tage. Halte sie dabei am besten von reifegasbildenden Äpfeln oder reifen Bananen fern, denn die beschleunigen den Verderb rasant. Sobald du das Messer angesetzt hast, gelten andere Spielregeln. Die geschnittenen Fruchtstücke gehören in eine luftdichte Box und direkt in den Kühlschrank, wo du sie innerhalb von zwei Tagen verputzen solltest.
Wie schäle und schneide ich das Biest unfallfrei?
Du köpfst zuerst die Blattkrone, schneidest den Boden gerade ab, stellst die Frucht stabil aufs Brett und schneidest die Schale von oben nach unten in Streifen ab. Ein langes, scharfes Kochmesser ist hier dein bester Freund, denn mit einer stumpfen Klinge rutschst du auf der harten Rinde nur gefährlich ab.
Wasch die Frucht vor dem ersten Schnitt kurz mit lauwarmem Wasser ab, damit dein Messer keinen Dreck von der Schale ins Fruchtfleisch zieht. Nach dem Schälen bleiben meistens noch kleine braune Punkte zurück, die sogenannten Augen. Die hebelst du ganz entspannt mit der Messerspitze oder einem Sparschäler heraus. Den festen Strunk in der Mitte kannst du zwar mitessen, aber er schmeckt oft ziemlich faserig. Für Salate und Pfannengerichte schneidest du das weiche Fruchtfleisch einfach rings um den Kern in vier dicke Stücke ab. Den holzigen Strunk musst du übrigens nicht wegwerfen, denn fein gewürfelt wandert er einfach in deinen morgendlichen Standmixer für den nächsten Smoothie.
Welchen Kardinalfehler sollte man bei der Zubereitung vermeiden?
Man darf frische, rohe Ananas niemals unbedacht mit Milchprodukten oder normaler Gelatine zusammenbringen. Hast du schon einmal frische Fruchtstücke in deinen Magerquark gerührt und die Schale kurz stehen lassen? Dann kennst du den fiesen, ungenießbar bitteren Geschmack.
Verantwortlich dafür ist das Enzym Bromelain, das wie eine winzige Proteinschere funktioniert. Trifft es auf das Milcheiweiß in Joghurt, Sahne oder Quark, zerlegt es dieses blitzschnell in bittere Bausteine. Auch Wackelpudding und Tortenguss mit Gelatine werden niemals fest, weil das Enzym die Gelatine schlichtweg auffrisst. Dein genialer Küchen-Hack gegen dieses Drama heißt Hitze. Koch die frischen Stücke einfach zwei Minuten in einem Topf kurz auf oder brate sie kurz an, denn dadurch wird das Enzym dauerhaft lahmgelegt. Für Desserts mit Quark kannst du alternativ auch einfach ganz faul zur Dosen-Ware greifen, denn die wurde beim Einkochen schon erhitzt.
Wie verwende ich die Reste der Ananas am cleversten?
Hast du dich bei der Portionsgröße verschätzt, schneidest du den Rest einfach in mundgerechte Würfel. Die frierst du am besten portionsweise ein oder kochst sie fix zu einer schnellen Marmelade ein.
Damit die Stücke im Tiefkühler nicht zu einem einzigen Eisklumpen zusammenkleben, verteilst du sie nebeneinander auf einem flachen Teller und stellst sie für zwei Stunden ins Eisfach. Sobald sie angefroren sind, packst du sie in einen Gefrierbeutel. Beim späteren Auftauen werden sie zwar ziemlich weich, aber gefroren eignen sie sich perfekt, um sie direkt in deinen Mixer für cremige Smoothies, Saucen oder eiskalte Sorbets zu werfen.
Was mache ich, wenn mir sonntags die Ananas fehlt?
Wenn dir sonntags die frische Ananas für dein Rezept fehlt, greifst du am besten zu einer reifen Mango oder zu normalen Dosenpfirsichen. Beide bringen die nötige Saftigkeit und eine angenehme Süße mit, die sich in herzhaften Saucen hervorragend macht.
Brauchst du für dein Gericht neben der Süße auch eine spürbare Säure, wie etwa bei asiatischen Wok-Gerichten, gibst du einfach einen Spritzer Limettensaft oder milden Apfelessig zu den Pfirsichen. Auch eine Dose Mandarinen aus dem Vorratsschrank rettet dir am Sonntag problemlos den Tag und sorgt für den nötigen fruchtigen Frischekick in der Pfanne.
Welche Auswirkungen hat Ananas auf die Gesundheit?
Abgesehen davon, dass sie deine Zunge malträtiert, ist die Ananas extrem gesund. Sie ist vollgestopft mit Vitamin C und Mangan (wichtig für Knochen und Stoffwechsel).
Aber der Star ist wieder das Bromelain.
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Verdauungs-Helfer: Weil es Eiweiß spaltet, ist Ananas das perfekte Dessert nach einem mächtigen Fleisch-Gelage. Es hilft dem Magen beim Aufräumen.
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Entzündungshemmer: Das Enzym wirkt abschwellend und entzündungshemmend. Manche schwören bei Sportverletzungen oder nach OPs darauf.
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Stimmungs-Booster: Sie enthält Tryptophan, was der Körper in Serotonin umwandelt. Ananas macht also glücklich. Oder zumindest weniger grummelig.
Und was ist mit der Ananas-Diät der 90er Jahre? Vergiss sie. Einseitige Ernährung ist immer Mist. Aber als gesunder Snack ist sie unschlagbar.
Wie kann man Ananas selbst anbauen?
Du kannst Ananas tatsächlich „regrowen“ (nachwachsen lassen), genau wie die Frühlingszwiebel. Aber während die Zwiebel ein Sprint ist, ist die Ananas ein Marathon ... auf Knien.
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Köpfen: Dreh den grünen Strunk oben aus der Frucht heraus (drehen ist besser als schneiden, weniger Fruchtfleisch-Reste).
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Strippen: Zupf die untersten Blätter ab, bis der Strunk ca. 2-3 cm nackt ist. Lass das Ding 1-2 Tage trocknen, damit nichts schimmelt.
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Wurzeln schlagen: Stell den Strunk in ein Glas Wasser (nur den nackten Teil!). An einen warmen, hellen Ort damit. Wasser regelmäßig wechseln.
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Eintopfen & Warten: Wenn Wurzeln da sind (nach ein paar Wochen), ab in die Erde. Und dann: Warten. Viel Warten. Es dauert etwa 1,5 bis 3 Jahre, bis (vielleicht!) eine neue Blüte und eine kleine Frucht kommt.
Lohnt sich das für die Ernte? Nein. Sieht es als Zimmerpflanze cool aus? Absolut.