Vom Siegerkranz zur Tellerrand-Tragödie

Die Geschichte der Petersilie ist eine mit extremen Höhen und Tiefen. Die alten Griechen zum Beispiel fanden sie so großartig, dass sie daraus Kränze für die Sieger der Isthmischen Spiele flochten. Stell Dir das mal heute bei Olympia vor: Du gewinnst Gold und kriegst ein Büschel Suppengrün um den Hals gehängt. Die Römer verfütterten sie an ihre Gladiatoren, weil sie dachten, sie mache stark und reaktionsschnell.

Und was haben wir im 20. Jahrhundert aus diesem stolzen Kraut gemacht? Wir haben es als liebloses, krauses Büschel an den Rand des Schnitzeltellers geklatscht, neben die obligatorische Zitronen-Scheibe. Dort lag es dann, welk, ignoriert und am Ende landete es im Müll. Eine absolute Tragödie!

Dabei ist Petersilie weltweit ein absoluter Superstar. Im Nahen Osten macht man daraus ganze Salate, in Südamerika die beste Steak-Sauce der Welt. Es wird Zeit, das Peterle aus der Deko-Ecke zu holen.

Schön arrangierte krause Petersilie

Der ewige Kampf: Glatt vs. Kraus

Stehst Du auch manchmal vor dem Kräuterregal und fragst Dich, welche Du nehmen sollst? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, aber schauen wir uns die beiden Kontrahenten mal an.

  1. Die krause Petersilie (Der explodierte Pudel): Sie sieht hübsch aus, ist robust und man kann sie gut hacken, ohne dass sie matschig wird. Aber warum wurde sie eigentlich so gezüchtet? Ganz einfach: Die ursprüngliche, glatte Petersilie sieht der giftigen Hundspetersilie im Wald verdammt ähnlich. Um im Mittelalter also nicht aus Versehen die halbe Familie auszurotten, züchtete man eine Sorte, die unverwechselbar aussah. Schlau.

  2. Die glatte Petersilie (Der Geschmackssieger): Sie sieht auf den ersten Blick aus wie Koriander (für viele ja ein echter Trigger; ich sag nur Spüli-Geschmack), schmeckt aber zum Glück völlig anders. Wenn Du kochen willst, greif immer zur glatten Petersilie. Sie hat deutlich mehr ätherische Öle, ein viel intensiveres Aroma und ist nicht so kratzig im Hals wie ihre krause Schwester.

Die Gesundheits-Waffe und der Knoblauch-Killer

Wir erinnern uns an den Knoblauch-Artikel und das Problem mit dem anschließenden Mundgeruch? Hier ist Deine Rettung! Petersilie enthält extrem viel Chlorophyll (den grünen Pflanzenfarbstoff). Wenn Du nach dem Tzatziki-Gelage ein paar Stängel frische Petersilie kaust, neutralisiert das den Geruch tatsächlich merklich. Die Italiener wissen das, deshalb servieren sie zu Knoblauch-Gerichten oft Gremolata (gehackte Petersilie, Zitrone, Knoblauch).

Aber das ist nicht alles: Petersilie ist eine absolute Vitamin-C-Bombe. Sie hat dreimal so viel Vitamin C wie eine Zitrone! Dazu kommt eine ordentliche Portion Eisen, Kalzium und Vitamin K.

Kleiner Fact für Schwangere: Früher nutzten Frauen einen Sud aus extrem hochdosierten Petersilien-Samen (wegen des Stoffs Apiol) für Schwangerschaftsabbrüche. Aber keine Sorge: Von dem bisschen Grünzeug über den Kartoffeln passiert rein gar nichts, das Kraut ist super gesund.

Wie kann man Petersilie selbst anbauen?

Ein altes Sprichwort der Gärtner besagt: „Die Petersilie geht siebenmal zum Teufel hinab und wieder zurück, bevor sie keimt.“ Und das trifft es ziemlich genau.

  1. Die Keimung: Wenn Du Samen in die Erde steckst, passiert wochenlang... nichts. Du gießt. Nichts. Du fluchst. Nichts. Und wenn Du kurz davor bist, den Topf wegzuwerfen, kommen nach 3 bis 4 Wochen winzige grüne Spitzen. Also: Geduld! (Oder Du kaufst einfach einen fertigen Topf, ich verurteile Dich nicht).

  2. Der Platz: Petersilie bildet eine lange Pfahlwurzel. Sie hasst flache Schalen. Gib ihr einen tiefen Topf, sonst kümmert sie vor sich hin.

  3. Die Nachbarschaft: Sie ist etwas zickig. Sie mag es nicht, neben Schnittlauch oder Salat zu stehen. Und: Sie darf nie dort gepflanzt werden, wo im Jahr zuvor schon Petersilie wuchs. Doldenblütler sind da eigen.

  4. Die Blüte: Im zweiten Jahr blüht sie (gelb-grünlich). Ab da schmecken die Blätter bitter und Du solltest sie nicht mehr in rauen Mengen essen. Lass sie einfach für die Insekten stehen, die lieben das Zeug.

Ob als Pesto, Hauptzutat oder subtiler Nebendarsteller: Das kannst Du mit Petersilie anstellen.

Zartes Kalbsschnitzel an cremigen Rahm-Champignons

Fleisch

Lust auf ein Essen, das nach „Sonntagsbraten“ schmeckt, aber in 20 Minuten fertig ist? Dieses Kalbsschnitzel mit braunen Champignons ist deine Rettung. Die Pilze sorgen für ordentlich Umami, die Sahne macht's gemütlich und ein Hauch Zitrone bringt den Frische-Kick. Perfekt für den Feierabend-Luxus.


Herzhafte Fenchel-Hackbällchen-Pfanne

Fleisch

Du traust dich nicht so recht an Fenchel ran? Dann ist diese Pfanne dein Einstieg! Durch das Schmoren verliert der Fenchel seine extreme Anis-Note und wird herrlich mild. Zusammen mit würzigen Rinderhackbällchen, Tomaten und frischen Kräutern entsteht ein leichtes Low-Carb-Gericht, das dich überraschen wird.


Samtige Sellerie-Cremesuppe mit Bacon-Crunch

Fleisch

Draußen ist es grau und kalt? Dann brauchst du genau diese Suppe. Sellerie klingt erstmal unspektakulär, aber in Kombination mit etwas Zitrone und Sahne wird daraus ein echtes Gedicht. Und sind wir mal ehrlich: Mit knusprigem Bacon oben drauf schmeckt sowieso alles doppelt so gut. In 25 Minuten steht dein Seelenwärmer auf dem Tisch!


Champignonsuppe mit gerösteten Kürbiskernen

Veggie

Eine herbstliche Seelenwärmersuppe, einfach und schnell zubereitet.


Hackbraten auf Ofengemüse

Fleisch

Einfach und schnell zubereitet, dabei herrlich frisch durch das Rucola-Bett.