Warum heißt das Ding eigentlich „Eggplant“?

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum die Amis und Briten zu diesem dunkelvioletten Knüppel „Eggplant“ (Eierpflanze) sagen? Das sieht doch null aus wie ein Ei! Des Rätsels Lösung: Wir kennen meist nur die moderne, dunkelviolette Supermarkt-Variante. Die ursprünglichen Sorten waren aber klein, kugelrund und: weiß. Sie sahen tatsächlich aus wie Hühnereier, die im Busch wachsen.

Ursprünglich kommt sie aus Asien (wahrscheinlich Indien). Als sie dann im Mittelalter nach Europa kam, waren die Leute extrem skeptisch. Man nannte sie „Mela Insana“ – den Apfel des Wahnsinns. Man dachte, wer davon isst, wird verrückt oder bekommt schlechte Laune. Daraus wurde dann später das italienische Wort Melanzani. Heute wissen wir: Man wird nicht verrückt, höchstens süchtig. Vorausgesetzt, man bereitet sie richtig zu.

Aubergine ganz und aufgeschnitten auf einem Schneidebrett aus Holz.

Das Problem mit dem Schwamm

Eine lila, längliche Aubergine am Strauch.

Hand aufs Herz: Deine erste Begegnung mit Aubergine war wahrscheinlich traumatisch. Zäh, bitter oder quietschig wie Gummi. Oder so vollgesogen mit Öl, dass Dir danach schlecht war.

Die Aubergine ist nämlich eine technische Herausforderung. Ihr Fruchtfleisch besteht aus lauter kleinen Lufteinschlüssen.

  1. Roh essen? Vergiss es. Schmeckt nach Pappe und enthält Solanin (Bauchweh-Gefahr!).

  2. Zu wenig Hitze? Dann ist sie zäh und schwammig.

  3. Zu viel Öl? Die Aubergine ist ein Öl-Säufer. Gibst Du Öl in die Pfanne, schreit die Aubergine „Juhu, Freibier!“ und saugt alles in Sekunden auf.

Der Trick mit dem Salz: Früher musste man Auberginen salzen, um die Bitterstoffe rauszuziehen. Moderne Sorten sind kaum noch bitter. Aber: Salzen hilft immer noch gegen den „Schwamm-Effekt“. Schneid sie auf, salz sie ordentlich ein, warte 20 Minuten und tupf das Wasser (und das Salz) ab. Dadurch fallen die Lufteinschlüsse zusammen. Das Ergebnis: Sie saugt sich beim Braten nicht mehr so voll und wird herrlich cremig statt fettig.

Lila, weiß oder gestreift?

Im Supermarkt regiert meist die „Standard-Aubergine“: Dunkellila, keulenförmig, glänzend. Aber wenn Du mal auf den Wochenmarkt oder in den türkischen Supermarkt gehst, öffnen sich neue Welten:

  • Die Gestreiften (Graffiti): Sehen schick aus, schmecken oft etwas süßlicher und haben eine dünnere Schale.

  • Die Weißen: Festeres Fleisch, erinnern geschmacklich manchmal ganz leicht an Pilze.

  • Thai-Auberginen: Winzig klein, grün und kugelrund. Die kommen in Currys und werden oft sogar roh oder nur kurz gegart gegessen (ja, die dürfen das).

Lila, weiße und gestreifte Auberginen liegen abwechselnd in Reihen in einer Kiste.

Welche Auswirkungen haben Auberginen auf die Gesundheit?

Viele gestreifte Auberginen liegen beieinander auf einem jute-artigen Tischtuch.

Die Aubergine besteht zu über 90% aus Wasser. Das macht sie zur absoluten Low-Carb-Königin und zum Kalorien-Leichtgewicht (17 kcal auf 100g), zumindest solange Du sie nicht in der Fritteuse ertränkst. Dann wird sie nämlich zur Kalorienbombe.

Das Wertvollste sitzt – wie so oft – in der Schale. Die dunkle Farbe kommt von Anthocyanen. Das sind starke Antioxidantien, die Deine Zellen schützen und Entzündungen bekämpfen können. Dazu gibt’s Kalium und B-Vitamine. Ein bisschen Nikotin ist übrigens auch drin. Aber keine Sorge, Du müsstest etwa 10 Kilo Auberginen auf einmal essen, um den Effekt einer einzigen Zigarette zu haben. Also, rauch sie nicht, iss sie lieber.

Wie kann man Auberginen selbst anbauen? Achtung: Diva-Alarm!

Wenn Du dachtest, Tomaten brauchen Sonne, dann hast Du die Aubergine noch nicht kennengelernt. Sie ist eine absolute Frostbeule. Sie liebt es heiß. Richtig heiß. Unter 15 Grad stellt sie das Wachstum beleidigt ein und wirft Blüten ab.

  1. Der Standort: Gewächshaus? Perfekt. Südwand mit Überdachung? Geht auch. Ein windiger Acker im Norden? Vergiss es.

  2. Der Durst: Aufgrund der großen Blätter verdunstet sie viel Wasser. Du musst also gießen, gießen, gießen.

  3. Die Stütze: Die Früchte werden schwer. Gib ihr einen Stab, sonst knickt sie um.

Aber wenn es klappt: Es gibt kaum eine schönere Pflanze im Gemüsebeet. Die lila Blüten sind ein Traum und die glänzenden Früchte sowieso.

Eine kleine Aubergine wächst am Strauch.

Ob Püree oder Auflauf: Das kannst Du mit der lila Diva anstellen.

Vegetarische Mini-Pizzen

Veggie

★ Liebe Italiener, hasst mich nicht dafür, dass ich das Pizza nenne. ★


Gulasch Oriental-Style

Fleisch

Süß, fruchtig, scharf – irgendwie von allem ein bisschen.


Rote Bete-Rind-Burger mit Süßkartoffeln

Fleisch

Burger mal anders. Wenn Du lieber am Brötchen statt an den obligatorischen Pommes sparen willst.