Vom weißen Gold zum 19-Cent-Artikel
Es gab Zeiten, da war Salz so wertvoll, dass Kriege darum geführt wurden. Wenn Du im Mittelalter ein Fass Salz hattest, warst Du quasi der Bill Gates Deines Dorfes. Städte wie Salzburg, Bad Reichenhall oder Schwäbisch Hall haben ihren ganzen Reichtum (und ihren Namen!) diesem weißen Pulver zu verdanken.
Die Römer fanden das Zeug so wichtig, dass sie ihre Legionäre teilweise in Salz bezahlten. Die Zuteilung nannte man „Salarium“. Und rate mal, woher unser heutiges Wort Gehalt kommt? Genau daher.
Heute gehst Du in den Discounter und kaufst ein Kilo für 19 Cent. Ein unfassbarer Preisverfall, wenn man bedenkt, dass wir ohne dieses Zeug buchstäblich sterben würden. Aber hey, beschweren wir uns nicht. Ohne Salz schmeckt nämlich das beste Essen der Welt wie ein nasses Stück Pappe.
Das große Marketing-Märchen: Himalaya, Meer und die Rieselhilfe
Salz ist chemisch gesehen immer Natriumchlorid. Aber wenn Du heute vor dem Gewürzregal stehst, brauchst Du fast ein abgeschlossenes Geologie-Studium.
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Das Tafelsalz (Der Billigheimer): Das ist das feine, weiße Standard-Salz. Es wird im Bergwerk abgebaut, extrem gereinigt (raffiniert) und mit sogenannten Rieselhilfen versetzt, damit es im Streuer nicht klumpt. Oft ist es noch mit Jod und Fluorid angereichert. Schmeckt spitz, salzig, tut seinen Job im Nudelwasser.
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Das Meersalz: Wird in riesigen Becken (Salzgärten) am Meer durch die Verdunstung in der Sonne gewonnen. Es ist oft etwas gröber und enthält noch minimale Spuren anderer Mineralien. Der König hier ist das Fleur de Sel (die Salzblume). Das sind die hauchdünnen Kristalle, die an windstillen Tagen vorsichtig von der Wasseroberfläche abgeschöpft werden. Knusprig, mild, teuer. Bitte nie mitkochen, sondern immer erst am Ende als Crunch übers Essen streuen!
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Das Himalaya-Salz (Der größte Gag der Gewürzgeschichte): Es ist rosa, es ist grob und es kostet ein Vermögen. Verkauft wird es gerne mit esoterischem Geschwurbel von „Urmeeren“ und „heilenden Schwingungen“. Die Wahrheit: Es kommt fast nie aus dem Himalaya, sondern aus einer riesigen, industriellen Salzmine in Pakistan (hunderte Kilometer entfernt). Und warum ist es rosa? Weil es mit Eisenoxid (Rost) verunreinigt ist. Du zahlst also ein Vielfaches für pakistanischen Rost. Schmeckt es besser? Nein, es schmeckt nach Salz. Sieht aber in der Mühle schick aus.
Welche Auswirkungen hat Salz auf die Gesundheit?
Salz hat ein echtes PR-Problem. Jeder Arzt warnt davor: „Essen Sie weniger Salz, das treibt den Blutdruck hoch!“ Das stimmt bei vielen Menschen (sogenannten salzsensitiven Personen) auch tatsächlich. Die Dosis macht das Gift. Die WHO empfiehlt maximal 5 Gramm am Tag (etwa ein Teelöffel). Blöd nur, dass wir das oft schon mit zwei Scheiben Brot und etwas Wurst intus haben, weil die Lebensmittelindustrie Salz als billigen Geschmacksverstärker nutzt.
Aber: Ganz ohne Salz stirbst Du. Dein Körper braucht Natrium und Chlorid zwingend, um den Wasserhaushalt zu regulieren und damit Deine Nerven und Muskeln überhaupt miteinander kommunizieren können. Ohne Salz im Blut gäbe es keine elektrischen Impulse in Deinem Gehirn.
Und das Jod im Supermarkt-Salz? Das war eine geniale Erfindung, weil wir in Deutschland ein Jodmangel-Gebiet sind. Bevor das Jodsalz eingeführt wurde, liefen hier viele Menschen mit einem Kropf (einer vergrößerten Schilddrüse) herum.
Wie kann man Salz selbst „herstellen“?
Einen Stein im Garten anpflanzen und hoffen, dass er wächst, wird schwierig. Aber Du kannst natürlich Dein eigenes Salz herstellen! Alles, was Du dafür brauchst, ist das Meer.
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Der Nordsee-Schmuggel: Fahr ans Meer (Nordsee, Ostsee, Mittelmeer – egal, Hauptsache Salzwasser). Nimm einen großen, sauberen Kanister und schöpf ordentlich Wasser ab. (Tipp: Vielleicht nicht direkt neben dem Abflussrohr des Campingplatzes).
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Kochen, bis der Arzt kommt: Zuhause kippst Du das Wasser in einen großen, flachen Topf oder eine Pfanne und schaltest den Herd ein. Und dann wartest Du. Das Wasser verdampft, Deine Küche wird sich anfühlen wie ein Tropenhaus und irgendwann bleibt eine weiße Kruste auf dem Topfboden zurück.
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Kratzen: Herzlichen Glückwunsch, Du hast Dein eigenes Meersalz gewonnen! Es war vermutlich durch die Stromkosten das teuerste Salz Deines Lebens, aber hey... DIY!
Alternativ kannst Du beim Zwiebelschneiden Deine Tränen in einem kleinen Schälchen auffangen und trocknen lassen. Dauert länger, ist aber stromsparender.
Ob im Nudelwasser oder auf dem Schokokuchen: Das kannst Du mit Salz anstellen
Saftiges Rindersteak auf cremigem Bohnen-Blumenkohl-Püree
Ein gutes Rinderfiletsteak ist purer Luxus, aber die richtige Beilage macht daraus erst ein richtiges Festessen! Vergiss Pommes oder langweilige Kroketten: Wir stampfen heute weiße Bohnen und Blumenkohl zu einem genialen Low-Carb-Püree. Ein Hauch Kräuterbutter, eine Prise Minze und geröstete Haselnüsse sorgen für den absoluten Geschmacks-Knockout. Gönn dir was!
Orientalischer Rinder-Topf mit Kichererbsen & Masala-Joghurt
Du hast Lust auf einen Eintopf, der nicht nach deutscher Hausmannskost schmeckt, sondern dich geschmacklich in die Ferne beamt? Dann ist dieser Rindertopf mit Kichererbsen dein neuer bester Freund. Statt stundenlangem Kochen ist dieses Gericht mit Rindersuppenfleisch und Kichererbsen ruckzuck fertig. Der Clou ist der kühle Masala-Joghurt, der perfekt zur würzigen Schärfe passt.
Zartes Kalbsschnitzel an cremigen Rahm-Champignons
Lust auf ein Essen, das nach „Sonntagsbraten“ schmeckt, aber in 20 Minuten fertig ist? Dieses Kalbsschnitzel mit braunen Champignons ist deine Rettung. Die Pilze sorgen für ordentlich Umami, die Sahne macht's gemütlich und ein Hauch Zitrone bringt den Frische-Kick. Perfekt für den Feierabend-Luxus.
Herzhafte Fenchel-Hackbällchen-Pfanne
Du traust dich nicht so recht an Fenchel ran? Dann ist diese Pfanne dein Einstieg! Durch das Schmoren verliert der Fenchel seine extreme Anis-Note und wird herrlich mild. Zusammen mit würzigen Rinderhackbällchen, Tomaten und frischen Kräutern entsteht ein leichtes Low-Carb-Gericht, das dich überraschen wird.
Fruchtiges Ingwer-Hähnchen auf Kürbis-Stampf
Lust auf Farbe auf dem Teller? Dieses Ingwerhähnchen mit Orangen-Note bringt die Sonne zurück in deine Küche. Dazu gibt es einen cremigen Kürbis-Stampf, der durch Cayennepfeffer für ein kleines Geschmacksfeuerwerk sorgt. Schnell gemacht, gesund und alles andere als langweilig!