„Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ Gerne, aber wohin eigentlich?

Jeder hat diesen Spruch schon mal gehört oder selbst gebrüllt. Wenn Dich also das nächste Mal jemand dorthin schickt, packst Du am besten leichte Baumwollkleidung, Sonnencreme und ein Ticket nach Südindien ein. Genauer gesagt an die Malabarküste. Da kommt der echte Pfeffer nämlich ursprünglich her.

Warum sagen wir das? Im Mittelalter war der Weg nach Indien über die Ozeane oder die Seidenstraße unfassbar lang, extrem gefährlich und dauerte ewig. Venedig hatte das Monopol auf den Gewürzhandel und Pfeffer war so unfassbar teuer, dass man ihn zeitweise mit Gold aufwog. Er galt sogar als offizielles Zahlungsmittel (daher kommt übrigens auch das Wort „Pfeffersack“ für reiche Händler). Wenn man also damals jemandem an den Hals wünschte, er möge dorthin gehen, wo der Pfeffer wächst, meinte man schlichtweg: „Verpiss dich ans andere Ende der Welt und komm am besten nie wieder!“ Eigentlich ein ziemlich exotischer Fluch.

Nahaufnahme von bunten Pfefferkörnern

Das große Farb-Chaos: Schwarz, Weiß, Grün oder Rot?

Eine Mischung aus bunten Pfefferkörnern in welchen eine kleine Holzschaufel für Pfeffer liegt.

Stehst Du auch manchmal vor dem Gewürzregal und denkst: Welche Pfeffersorte nehme ich denn nun? Halt Dich fest, jetzt kommt der absolute Mindblow: Es ist alles exakt dieselbe Pflanze. Die Farben entstehen nur durch unterschiedliche Erntezeitpunkte und Behandlungen.

  1. Grüner Pfeffer: Das unreife Baby. Wird früh geerntet und sofort getrocknet oder in Salzlake eingelegt, damit er die Farbe behält. Schmeckt frisch, kräuterig und nur mild scharf.

  2. Schwarzer Pfeffer: Der Teenager. Unreif (grün) geerntet, aber dann in der Sonne getrocknet. Dabei fermentiert die Schale, wird runzelig und pechschwarz. Der absolute Allrounder mit ordentlich Wumms.

  3. Weißer Pfeffer: Der Nackte. Vollreif (rot) geerntet. Dann wird er tagelang in Wasser eingeweicht, bis sich die Schale ablöst. Übrig bleibt nur der innere helle Kern. Er hat weniger Aroma, aber eine fiese, direkte Schärfe. Achtung: Riecht pur manchmal ein bisschen... naja, streng (fermentiert eben). Perfekt für helle Saucen, in denen man keine schwarzen Punkte sehen will.

  4. Roter Pfeffer (Echter!): Der seltene Senior. Vollreif geerntet und mit Schale getrocknet. Extrem schwer herzustellen, da er schnell verdirbt. Schmeckt scharf, aber gleichzeitig süßlich-fruchtig. Teuer, aber genial.

Und was ist mit Rosa Pfeffer? Das sind Beeren vom brasilianischen Pfefferbaum. Süßlich, dekorativ, aber botanisch ein Hochstapler. Gleiches gilt für Szechuanpfeffer (ein Rautengewächs, das auf der Zunge prickelt wie eine 9-Volt-Batterie).

Welche Auswirkungen hat Pfeffer auf die Gesundheit?

Der Stoff, aus dem die Schärfe-Träume sind, heißt Piperin. Und dieses Piperin ist ein absoluter Rockstar für Deinen Körper.

Erstens regt es den Speichelfluss und die Produktion von Magensäure an. Das bedeutet: Wenn Du Dir ein schweres Käsefondue oder ein fettiges Steak reinzimmerst, hilft ordentlich Pfeffer dabei, das Ganze besser zu verdauen. Zweitens (und das ist der eigentliche Zaubertrick) ist Piperin ein sogenannter Bioenhancer. Es hilft Deinem Körper, andere Nährstoffe extrem viel besser aufzunehmen. Der absolute Klassiker: Kurkuma. Das gesunde Curcumin aus Kurkuma rutscht normalerweise einfach so durch Deinen Körper durch. Gibst Du aber eine Prise schwarzen Pfeffer dazu, steigt die Aufnahme (Bioverfügbarkeit) um bis zu 2000 Prozent!

Und warum niesen wir? Weil Piperin die feinen Nervenenden in der Nase reizt. Der Körper denkt: „Feindlicher Angriff! Alles rausblasen!“

Pfeffer vor dem Trocknen

Wie kann man Pfeffer selbst anbauen?

Kannst Du Pfeffer in Deutschland anbauen? Naja. Wohnst Du in einem feuchtwarmen Tropenhaus mit konstant 25 Grad, 80 % Luftfeuchtigkeit und keinerlei Zugluft? Falls nicht, wird es eng.

Pfeffer ist eine Kletterpflanze, die locker 10 Meter hoch wächst. Du kannst Dir im Gartencenter ein Pfefferpflänzchen für die Fensterbank kaufen. Das sieht hübsch aus, mit seinen herzförmigen Blättern. Aber bis Du davon nennenswerte Mengen Pfefferkörner erntest, die Deinen Jahresbedarf decken, bist Du vermutlich in Rente. Kauf Dir lieber guten Pfeffer im Fachhandel und nutze die Fensterbank für Basilikum.

Die Goldene Regel und was Du mit Pfeffer anstellen kannst

Regel Nummer 1, 2 und 3: Kaufe NIEMALS (wirklich NIEMALS) fertig gemahlenen Pfeffer! Fertig gemahlener Pfeffer aus der Streudose schmeckt nach Sägemehl und Verzweiflung. Die ätherischen Öle verfliegen nach dem Mahlen in Rekordzeit. Pfeffer muss immer frisch aus der Mühle kommen.

Saftiges Rindersteak auf cremigem Bohnen-Blumenkohl-Püree

Fleisch

Ein gutes Rinderfiletsteak ist purer Luxus, aber die richtige Beilage macht daraus erst ein richtiges Festessen! Vergiss Pommes oder langweilige Kroketten: Wir stampfen heute weiße Bohnen und Blumenkohl zu einem genialen Low-Carb-Püree. Ein Hauch Kräuterbutter, eine Prise Minze und geröstete Haselnüsse sorgen für den absoluten Geschmacks-Knockout. Gönn dir was!


Orientalischer Rinder-Topf mit Kichererbsen & Masala-Joghurt

Fleisch

Du hast Lust auf einen Eintopf, der nicht nach deutscher Hausmannskost schmeckt, sondern dich geschmacklich in die Ferne beamt? Dann ist dieser Rindertopf mit Kichererbsen dein neuer bester Freund. Statt stundenlangem Kochen ist dieses Gericht mit Rindersuppenfleisch und Kichererbsen ruckzuck fertig. Der Clou ist der kühle Masala-Joghurt, der perfekt zur würzigen Schärfe passt.


Zartes Kalbsschnitzel an cremigen Rahm-Champignons

Fleisch

Lust auf ein Essen, das nach „Sonntagsbraten“ schmeckt, aber in 20 Minuten fertig ist? Dieses Kalbsschnitzel mit braunen Champignons ist deine Rettung. Die Pilze sorgen für ordentlich Umami, die Sahne macht's gemütlich und ein Hauch Zitrone bringt den Frische-Kick. Perfekt für den Feierabend-Luxus.


Herzhafte Fenchel-Hackbällchen-Pfanne

Fleisch

Du traust dich nicht so recht an Fenchel ran? Dann ist diese Pfanne dein Einstieg! Durch das Schmoren verliert der Fenchel seine extreme Anis-Note und wird herrlich mild. Zusammen mit würzigen Rinderhackbällchen, Tomaten und frischen Kräutern entsteht ein leichtes Low-Carb-Gericht, das dich überraschen wird.


Fruchtiges Ingwer-Hähnchen auf Kürbis-Stampf

Geflügel

Lust auf Farbe auf dem Teller? Dieses Ingwerhähnchen mit Orangen-Note bringt die Sonne zurück in deine Küche. Dazu gibt es einen cremigen Kürbis-Stampf, der durch Cayennepfeffer für ein kleines Geschmacksfeuerwerk sorgt. Schnell gemacht, gesund und alles andere als langweilig!