Vom Paradies in die Brotdose

Fangen wir ganz vorne an. Nein, nicht bei Adam und Eva. Obwohl der Apfel da ja (fälschlicherweise) einen schlechten Ruf als „verbotene Frucht“ bekommen hat. Eigentlich kommt der Apfel aus Kasachstan. Genauer gesagt aus der Region um Almaty. Der Name der Stadt bedeutet übersetzt sogar „Vater der Äpfel“. Ziemlich cool, oder?

Von dort aus hat er sich über die alte Seidenstraße aufgemacht, die Welt zu erobern. Die Römer fanden ihn super (die haben auch das Veredeln erfunden), und irgendwann landete er bei uns. Zum Glück. Denn heute ist der Apfel das absolute Lieblingsobst der Deutschen.

Statistisch gesehen isst jeder von uns ca. 20 Kilo Äpfel pro Jahr. Das ist eine ganze Menge Apfelkuchen. Oder eben Pausensnacks. Er ist der unkomplizierte Kumpel für unterwegs: Er matscht nicht (meistens), er braucht keine extra Verpackung und man kann ihn einfach abwaschen und reinbeißen.

Apfel mit roter Schalte hängt an einem Apfelbaum

Die Sache mit den Marken-Äpfeln

Ein grüner, perfekter Apfel

Es gibt weltweit schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Apfelsorten. Das ist eine irrsinnige Zahl. Und jetzt geh mal in Deinen Supermarkt. Was siehst Du da? Fünf. Vielleicht sechs.

  • Golden Delicious: Der Langweiler. Süß, gelb, tut keinem weh.

  • Granny Smith: Die grüne Säure-Bombe. Zieht Dir die Wangen zusammen, aber super im Salat.

  • Gala / Braeburn: Die Klassiker für die Schulpause.

  • Pink Lady® / Kanzi®: Die sogenannten „Club-Sorten“.

Hier wird es spannend: Diese Äpfel sind Markenprodukte. Die dürfen nur von lizenzierten Bauern angebaut werden, müssen perfekt aussehen und kosten deshalb mehr. Ein großer Teil des Preises fließt da ins Marketing. Schmecken sie? Ja, meistens schon. Sind sie besser als der alte, schrumpelige Boskoop vom Wochenmarkt? Ansichtssache. Der Boskoop sieht vielleicht aus wie ein Unfall, ist aber der König des Apfelkuchens (weil er schön säuerlich ist und beim Backen zerfällt).

Tipp für Allergiker

Oft werden die sogenannten alten Sorten (wie Goldparmäne oder Santana) viel besser vertragen als die neuen Hochleistungs-Züchtungen aus dem Supermarkt.Und mir persönlich schmecken sie sogar viel besser. Auch, wenn sie keine Fotoschönheiten sind.

„An apple a day keeps the doctor away.“ – Stimmt das wirklich?

Hält der Apfel wirklich den Doktor fern? Naja, wenn Du gut wirfst, hält er zumindest jeden fern. Aber ernährungstechnisch? Absolut.

Äpfel sind vollgepackt mit über 30 Vitaminen und Spurenelementen. Aber Achtung: Die sitzen fast alle in oder direkt unter der Schale. Wer seinen Apfel schält, wirft das Beste weg und isst quasi nur noch Zuckerwasser mit Ballaststoffen. Also: Waschen, ja. Schälen, nein.

Besonders cool ist das Pektin im Apfel. Das ist ein Ballaststoff, der im Darm aufquillt, satt macht und die Verdauung reguliert. Pektin ist auch der Grund, warum geriebener Apfel ein altes Hausmittel bei Magen-Darm-Problemen ist. Er „bindet“ sozusagen das Problem.

Dazu kommen Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe), die als Antioxidantien Deine Zellen schützen, den Blutdruck senken und Entzündungen hemmen können. Kurz gesagt: Oma hatte recht. Iss den Apfel.

Viele rote Äpfel liegen in einem Obstkorb aus geflochtenem Metall.

Flüssiges Obst: Die Wahrheit über Apfelsaft

Apfelsaft wird in ein hohes Glas eingegossen. Im Vordergrund liegt ein Apfel, damit man den Apfelsaft nicht mit Pippi verwechselt *lol*.

Wenn der Apfel so gesund ist, muss es der Saft ja auch sein, oder? Jein. Wir Deutschen lieben unsere Apfelschorle. Sie ist quasi unser inoffizielles Nationalgetränk. Aber purer Apfelsaft hat es in sich. Er enthält nämlich fast genauso viel Zucker wie Cola (ca. 100g pro Liter). Klar, es ist „Fruchtzucker“, aber Deine Hüften interessiert der Unterschied herzlich wenig. Deshalb: Immer schön mischen!

Wenn Du Saft kaufst, stehst Du vor zwei Entscheidungen:

  1. Klar oder Naturtrüb? Nimm den Trüben! In den Schwebstoffen, die den Saft undurchsichtig machen, hängen nämlich noch viele der oben genannten Antioxidantien und Polyphenole fest. Der klare Saft wurde so lange gefiltert („geklärt“), bis er zwar hübsch goldig aussieht, aber viele seiner Superkräfte verloren hat.

  2. Direktsaft oder Konzentrat? Direktsaft wird gepresst, kurz erhitzt (haltbar gemacht) und kommt in die Flasche. Beim Konzentrat wird dem Saft im Herkunftsland das Wasser und das Aroma entzogen, um Platz beim Transport zu sparen. Hier wird das klebrige Konzentrat dann wieder mit Wasser und Aroma „repariert“. Schmeckt man den Unterschied? Meistens ja. Der Direktsaft schmeckt einfach mehr nach ... naja, Apfel eben.

Wie kann man Äpfel selbst anbauen? Spoiler: Es ist Russisch Roulette mit Kernen.

Hast Du als Kind auch mal einen Apfelkern in einen Blumentopf gesteckt und gehofft? Hier ist die harte Wahrheit: Wenn Du einen Kern von einem superleckeren „Gala“ einpflanzt und wartest (ca. 7-10 Jahre), bis der Baum Früchte trägt, werden diese Äpfel ... wahrscheinlich scheußlich schmecken. Klein, sauer, holzig.

Äpfel sind genetisch nämlich ziemlich komplex (heterozygot). Die Kinder (Kerne) haben fast nichts mit den Eltern (dem Apfel, den Du gegessen hast) gemeinsam. Einen Apfelbaum mit leckeren und essbaren Äpfeln zu ziehen, ist wie ein Sechser im Lotto.

Deshalb werden Apfelbäume veredelt. Man nimmt einen Zweig einer leckeren Sorte (Edelreis) und „operiert“ ihn auf eine robuste Wurzel (Unterlage) auf. Wer also Äpfel im Garten will: Geh in die Baumschule und kauf einen fertigen Baum. Das spart Dir ein Jahrzehnt Enttäuschung.

Ausschnitt eines Apfelbaums mit herrlich roten Äpfeln.

Das kannst Du mit Äpfeln oder ihrem Saft anstellen

Entenbrust auf Walnuss-Selleriepüree mit Pflaumensauce

Geflügel

Passt einfach immer – Weihnachten, Ostern oder einfach nur so.


Salat mit marinierten Pilzen

Veggie

Schmeckt lecker als Veggie-Variante, als Low-Carb oder mit Steak.


Mango-Birnen-Salat

Veggie

Ein erfrischender Salat, fruchtig und herzhaft zugleich. Einfach lecker an heißen Sommertagen.