Wo kommen Frühlingszwiebeln her?

Geduld ist eine Tugend? Von wegen. Nicht für die Frühlingszwiebel. Denn eigentlich ist sie oft nichts anderes als eine normale Speisezwiebel, die einfach keine Lust hatte, dick und rund zu werden. Man erntet sie, bevor die Knolle richtig ausgewachsen ist. Aber Moment, ganz so einfach machen es uns die Botaniker dann doch nicht.

Es gibt nämlich zwei Teams: Die einen sind tatsächlich die "Babys" der normalen Küchenzwiebel. Die anderen gehören einer eigenen Art an (für die Nerds: Allium fistulosum oder Winterheckenzwiebel), die gar keine dicken Knollen bilden kann, selbst wenn sie wollte. Ursprünglich kommt diese schlanke Variante aus dem Orient und China. In Asien wussten sie nämlich schon vor Jahrtausenden, dass das Grünzeug verdammt lecker ist.

Nach Europa kam sie – Überraschung – vermutlich über Russland im späten Mittelalter. Oder über Italien. So genau weiß man das nicht, Hauptsache sie ist hier. Denn während die normale Zwiebel den Winter im dunklen Keller verbringen muss, ist die Frühlingszwiebel (der Name ist Programm) einer der ersten frischen Boten auf dem Markt.

Heute sind sie aus unserer Küche kaum wegzudenken. Vor allem in der asiatischen Küche sind sie der absolute Boss, aber auch bei uns landen sie im Quark, im Salat oder als knackiges Finish auf der Suppe.

Sind das jetzt verschiedene Sorten?

Jein. Wie oben schon angedeutet: Im Supermarkt kriegst Du meistens ein Bündel "Lauchzwiebeln". Ob das nun eine Winterheckenzwiebel ist (die, die nie eine Knolle bildet) oder eine junge Speisezwiebel (die, die mal eine werden wollte), erkennst Du am Ende unten.

Ist da eine kleine, weiße Verdickung (eine Mini-Zwiebel)? Dann ist es Team Speisezwiebel. Geht der weiße Schaft fast nahtlos ins Grüne über? Dann ist es Team Winterhecke.

Geschmacklich ist das aber fast egal. Wichtiger ist der Unterschied innerhalb der Pflanze selbst:

  • Der weiße Teil: Schmeckt würzig und scharf, fast wie eine normale Zwiebel.

  • Der grüne Teil: Ist viel milder, kräuteriger und perfekt für den rohen Verzehr geeignet.

Welche Auswirkungen haben Frühlingszwiebeln auf die körperliche und geistige Gesundheit?

Klein, grün, oho! Wer denkt, nur weil sie dünner sind, stecke weniger drin, der irrt gewaltig. Frühlingszwiebeln sind echte Nährstoffbomben und dabei auch noch figurfreundlicher als ihre dicken Verwandten (weniger Zucker, mehr Wasser).

Besonders krass ist der Gehalt an Vitamin K. Das ist super wichtig für unsere Knochen und die Blutgerinnung. Schon eine Portion deckt da ordentlich was ab. Dazu kommt natürlich wieder der Klassiker Vitamin C für das Immunsystem.

Da sie auch zur Allium-Familie gehören, haben sie natürlich auch die Senföle und das Allicin im Gepäck. Das wirkt antibakteriell und ist quasi das natürliche Antibiotikum der Küche. Perfekt, wenn im Frühling noch die letzte Erkältungswelle anrollt. Zudem enthalten sie Polyphenole, die als Antioxidantien unsere Zellen schützen.

Und für die geistige Gesundheit? Naja, das frische Knacken beim Reinbeißen und die knallgrüne Farbe auf dem Teller machen zumindest sofort gute Laune. Das zählt doch auch, oder?

Also: MEHR GRÜN AUF DEN TELLER!

Wie kann man Frühlingszwiebeln selbst anbauen? (Der ewige Trick!)

Der Anbau von Frühlingszwiebeln ist der wohl coolste Partytrick unter den Gärtnern. Du brauchst dafür nämlich nicht mal unbedingt einen Garten oder Erde. Du kannst sie quasi unendlich recyceln. Das nennt sich "Regrowing" und ist idiotensicher.

Hier die 4 Schritte zum unendlichen Zwiebel-Vorrat:

  1. Kauf einen Bund: Geh in den Supermarkt und kauf Dir ein schönes Bund Bio-Frühlingszwiebeln mit Wurzeln dran.

  2. Schnipp-Schnapp: Verwende das Grün und den weißen Teil zum Kochen, wie Du es immer tust. ABER: Lass unten etwa 3-4 cm stehen. Wichtig ist, dass die Wurzeln dran bleiben.

  3. Ab ins Wasser: Stell diese Stummel mit den Wurzeln in ein Glas mit Wasser. Stell das Glas an einen hellen Ort (Fensterbank). Wechsle das Wasser alle 1-2 Tage, damit es nicht muffelt.

  4. Zuschauen und staunen: Schon nach einem Tag wirst Du sehen: Das Ding wächst! Nach einer Woche hast Du wieder frisches Grün, das Du abschneiden kannst. Das kannst Du ein paar Mal wiederholen, bis die Zwiebel irgendwann ausgelaugt ist.

Wer es profimäßig machen will, pflanzt die Stummel (Schritt 2) einfach in einen Topf mit Erde. Da halten sie noch länger und wachsen kräftiger nach. Einfacher geht’s echt nicht.

Ob selbst nachgewachsen oder gekauft: Das kannst Du mit Frühlingszwiebeln anstellen.